Die BRD-Diskussion

In den vergangenen Wochen hat sich Ken Davis vor allem bemüht, eine Erfolgsstory aus dem Umstand zu stricken, dass sich deutsche Behörden weiterhin eher unbeeindruckt von den Theorien zu ihrer angeblich fehlenden Legitimation für hoheitliche Akte zeigen. Obwohl sich faktisch nicht der geringste Hinweis finden lässt, dass seine Fantasien zum Fortbestehen der (US-)Besatzung, dem Vorherrschen eines Kriegszustands in Deutschland und der daraus resultierenden Anwendbarkeit seiner Lieblingsartikel der Haager Landkriegsordnung irgendwo bei den angeschriebenen, behördlichen Stellen auf Gehör stoßen, fühlt er sich motiviert genug, den Erfolg seiner Strategie bereits als garantiert zu verkaufen:

„Unser Tipp daher: Durchhalten und auf keinen Fall zahlen. Irgendwann ist Ruhe. Garantiert!“

Hintergrund für diese verzerrte Realitätswahrnehmung dürfte die Zusammenrottung Gleichgesinnter in den Kommentarbereichen seiner Artikel sein. Entgegen seiner häufigen Beteuerung, bei seinen Erkenntnissen zu den untragbaren Zuständen in der BRD handele es sich um völlige Neuentdeckungen, kursiert der von ihm ausgegrabene juristische Unfug bereits seit Jahren im Internet, wie die selten vorgestellten Beweisstücke auch gerne mal versehentlich verraten. Dementsprechend gibt es auch schon seit längerem eine überschaubare Anhängerschaft für den auf News Top-Aktuell jetzt reproduzierten Datenabfall. Derartigen Zuspruch ist Ken Davis weder von seinem Blog, noch vermutlich aus der Realität gewohnt, weswegen er daraus jetzt den Eindruck gewinnt, er würde etwas bewegen.

Die aufgewachten Massen

Leider bringen diese Hobby-Völkerrechtler auch zumeist eine ganze Menge verschwörungs-theoretischen Ballast mit, der dann auf das wenig flexible Weltbild von Ken Davis trifft. Mir selbst erschließt sich die Glaubwürdigkeitsdiskrepanz zwischen Fluorid-Verschwörung und Chemtrails nicht wirklich, aber bei Ken Davis ist ersteres erwiesene Tatsache, während letzteres eindeutig als unakzeptabler Unsinn identifiziert wurde. So ecken viele Kommentatoren im schmalen Ken Davis’schen Wahrheitskorridor gehörig an. Deutsche Ämter sind unbedingt alles Firmen, aber mit der Befreiung aus dem vertraglichen Verhältnis mit diesen Firmen durch entsprechende Personenstandserklärung hat er nichts am Hut. Links auf Seiten, die auch solche Ansätze vertreten (z.B. hier), werden in den Kommentaren radikal zensiert, auch wenn Ken Davis kein Problem damit hat, die nach seiner Wertung vertretbaren Inhalte von dort ohne weitere Prüfung zu übernehmen (von hier, in Kopie dann wenige Tage später auf NTA hier) – selbstverständlich ohne Quellenangaben.

Die verbreitete Uneinigkeit zwischen den Staatenlosen, Selbstverwaltern, Reichsbürgern und anderen Sezessionisten dürfte der wichtigste Grund sein, warum es den Anhängern der Theorien um den BRD-(oder BRiD, oder BRvD – auch da herrscht keine Einigkeit)-Komplex nicht zumindest gelingt, etwas mehr Medienpräsenz zu erlangen. Es bedarf dann schon der Assoziation eines prominenten Sängers mit diesen Ideologien, um zumindest mal im Mainstream erwähnt zu werden. Die intolerante Vorgehensweise von NTA ist sicherlich nicht hilfreich, aus der Sache eine Massenbewegung werden zu lassen. Das hält Ken Davis aber selbstverständlich nicht davon ab, in seinen Artikeln von einer nicht mehr aufzuhaltenden Entwicklung oder gar einem neu anbrechenden Zeitalter zu schreiben.

„Wir schreiben das Jahr 2015. Es ist der Anfang einer neuen Zeit. Die Zeit der Aufklärung und des Bewusstwerdens.“

Wissensaustausch überflüssig

Stellungnahme von Ken Davis zur Zensur auf NTAIn den Kommentaren beschweren sich dann auch selbst eingefleischte Fans des Blogs über die willkürliche Zensur anderer Kommentare. Sie scheitern allerdings am Selbstverständnis absoluter Unfehlbarkeit von Ken Davis. Er ist ganz allein (oder eben in der imaginären Pluralität des „Teams von News Top-Aktuell“) in der Lage, zu entscheiden, ob eine Äußerung richtig oder falsch ist. Ihm eine „Meinung“ zu unterstellen, hält er inzwischen sogar für eine glatte Beleidigung. Trotzdem für jeden halbwegs intelligenten Leser unmittelbar ersichtlich ist, dass seine Blog-Beiträge überwiegend aus unbelegten Behauptungen bestehen, legt er entschieden Wert darauf, ausschließlich über Tatsachen und Fakten zu berichten. Er hat im kompromisslosesten Sinne der Phrase „die Wahrheit für sich gepachtet“.

Im realen Leben erreicht man mit einer solchen Einstellung freilich (abgesehen von sozialer Ausgrenzung) überhaupt nichts. Ich vermute genau darin den Grund dafür, warum Ken Davis den Blog zu seinem Lebensinhalt gemacht hat: Hier kann er die Kritik einfach mit einem Mausklick löschen, mit der er in der realen Welt nicht umzugehen vermag. Und der Kern der BRD-Lügen-Theorien ist grundsätzlich ja auch nichts anderes: Den Gesetzen, die einem nicht in den Kram passen, begegnet man mit einem kindischen „gilt nicht! gilt nicht!“, anstatt sich mit der Situation ernsthaft auseinander zu setzen.

Totalverweigerung

Während bei eher praktisch veranlagten Reichsbürgern das „Verwaltungskonstrukt“ in der BRD noch als etwas betrachtet wird, mit dem man sich irgendwie zu arrangieren hat, wird auf NTA inzwischen einfach alles abgelehnt, was mit staatlichen Stellen zusammenhängt. Die kompetentere Konkurrenz von Rechtssachverständigen und Anwälten schafft sich Ken Davis dadurch vom Hals, dass er sie kurzum einer Verschwörung auf Seiten des Unrechtssystems zuordnet. Dabei ist wieder einmal recht erstaunlich, dass von den über 160.000 Rechtsanwälten in Deutschland kein einziger aus der Reihe tanzt. Eine fundierte Beratung für ein Leben oder eine Geschäftstätigkeit jenseits der Steuerpflicht wäre ganz ohne Frage eine wahre Goldgrube im Portfolio jeder Kanzlei. Ken Davis kann natürlich nicht erklären, wieso trotzdem kein einziger Anwalt dafür zur Verfügung steht – stattdessen empfiehlt er, einen großen Bogen um die gesamte Berufsgruppe zu machen. Der einzige Grund dafür ist freilich, dass die ganz genau wissen und auch erläutern können, was für einen juristischen Unfug er auf seinem Blog fabriziert.

So lässt sich dann die Fülle von Artikeln zum BRD-Komplex auf NTA auf wenige Aussagen zusammenschrumpfen:

  • mit hoheitlichen Aufgaben betraute Mitarbeiter im öffentlichen Dienst (z.B. Beamte) gibt es gar nicht
  • alle Behörden sind Firmen, mit denen man nie ein Vertragsverhältnis eingegangen ist
  • Richter sind nur Scheinrichter und ihre Urteile niemals rechtskräftig
  • jegliche öffentliche Forderung verstößt gegen die Artikel 46 und 47 der HLKO

Der schlussendliche Ratschlag von Ken Davis lautet entsprechend: einfach nichts bezahlen. Zurückbekommen hat mit dieser Argumentation natürlich auch noch niemand etwas, aber wenn die eigene Bank gemäß der Vertragsbedingungen eine angeforderte Rücklastschrift durchführt, ist das schon mal einen Artikel wert und ein Beweis dafür, dass die „Argumentation funktioniert“.

Früher oder später (speziell auf das „später“ stützt sich Ken Davis‘ wiederkehrende Behauptung, sein Plan würde funktionieren) greift in all diesen Fällen natürlich die Vollstreckung. Speziell bei Steuerbescheiden und Bußgeldern bedarf es dazu noch nicht einmal einer richterlichen Entscheidung. Hier kommt dann die Modifikation des ursprünglichen Ratschlags zum Zug: einfach nicht kooperieren.

Dazu gibt es dann auch eine Reihe von Beispielvideos auf dem Blog, die entweder am entscheidenden Punkt geschnitten sind, oder die „erfolgreiche Abwendung der Zwangsvollstreckung“ dadurch belegen, dass der Gerichtsvollzieher genervt abzieht. Mit einem gesunden Maß an Skepsis wird jedem Betrachter schnell klar, dass es eigentlich völlig egal ist, was die Schuldner in den Videos erzählen: Sie könnten auch Micky-Maus-Klubausweise von den Gerichtsvollziehern verlangen und sich anstatt auf die HLKO auf Grimms Märchen berufen. Anstatt der richterlichen Unterschrift auf der beglaubigten Kopie des Vollstreckungsbescheids könnten sie auch ein Selbstporträt in Öl verlangen. Das Ergebnis wäre das gleiche: Es zählt einzig die Verweigerung der Vollstreckung.

Planlosigkeit

Die Vollstreckungsbehörden wenden sich in solchen Fällen nachvollziehbarer Weise an Stellen, die eher zur Kooperation bereit sind: Drittschuldner. Anstatt sich mit einem komplett realitätsentrückten Schuldner herum zu schlagen, wird das Gehalt (Arbeitgeber), das Konto (Bank) oder z.B. die Rente (Rentenversicherung) gepfändet. Natürlich ist dieses Schicksal auch den Opfern von Ken Davis‘ Musterbriefen bereits widerfahren, aber dazu gibt es (ebenso wenig überraschend) keine Blog-Beiträge. Erwähnt jemand das Problem in den Kommentaren, wird dort von NTA allenfalls geraten, mit ähnlichen Drohgebärden an den Drittschuldner heran zu treten, die auch schon gegen die Gläubiger eingesetzt wurden.

Umgang mit der eigenen Hausbank bei KontopfändungDas Problem ist hier offensichtlich: Jetzt müsste plötzlich jemand (die Bank, der Arbeitgeber oder die Rentenversicherung) tatsächlich aktiv auf den Unsinn reagieren, während man zuvor ja rein auf den eigenen, passiven Widerstand gesetzt hatte. Das ist genauso wahrscheinlich wie das Eintreffen der bereits vor Monaten geforderten Rückerstattung sämtlicher Steuern durch das Finanzamt. Besonders ulkig im nebenstehenden Beispiel ist die Drohung mit der Kündigung der Geschäftsbeziehungen: Als ob irgendeine Bank ein gesteigertes Interesse daran hätte, diese mit einem Kunden aufrecht zu erhalten, dessen Konto gerade gepfändet wurde…

Die ohnehin nicht mit einem ausreichenden Maß an Selbstständigkeit ausgestatteten Opfer von Ken Davis‘ Rechtsberatung bedanken sich fleißig für diese weitergehenden (wenn auch inhaltlich mit dem ursprünglichen Ansatz identischen) Ratschläge. Sollte einer Einwände haben oder gar mit schlechten Nachrichten zurück kommen, ist das ja auch kein Problem: Dafür gibt es ja die Zensurfunktionen des Kommentarbereichs.

Der Rechtsweg

Wenn das Klientel dann nach endlosen verbalen und schriftlichen Monologen vor den uneinsichtigen Behörden letztendlich ganz tief im finanziellen und juristischen Dreck steckt, kann schließlich doch nur der Rechtsweg noch helfen. Das Ken Davis’sche Wahrheitsmonopol lässt sich nun einmal mangels Rückendeckung beim Rest der denkenden Welt nicht einfach gewaltsam durchsetzen.

Klare Aussagen zur GerichtsbarkeitHier gibt sich NTA weiterhin verblüffend vage: Ein „ordentliches Gericht außerhalb des hiesigen Landes“ soll das Wunder bewerkstelligen. Auch direkte Anfragen zur näheren Erläuterung, welches Gericht dafür nun in Frage käme, führen nicht zum erhofften Ergebnis.

Dabei gilt es hier, ein fundamentales Problem zu lösen: Abseits von NTA und einigen anderen Blogs und Video-Kanälen von Laien-Juristen, die in der realen Welt leider rein gar nichts zu sagen haben, gilt Deutschland in der ganzen Welt als souveräner Rechtsstaat. Besonders pikant ist hier das gerne von Ken Davis zitierte Urteil des Internationalen Gerichtshofs (manchmal auch verwechselt mit dem Internationalen Strafgerichtshof) vom 3. Februar 2012. Entgegen seiner dilettantischen Fehlinterpretation unterstreicht dieses Urteil in Wahrheit die Souveränität Deutschlands, indem es italienischen Gerichten untersagt, Urteile in Privatklagen gegen die BRD als Rechtsnachfolger des Dritten Reichs zu fällen.

Darüber hinaus fehlt es im Rest der Welt auch an einer anderen, zwingenden Voraussetzung für das vorgeschlagene Unterfangen: Einer Wahlfreiheit des Gerichtsstands. Könnte man sich einfach so aussuchen, wo man eine bestimmte Sache verhandelt haben wollte, gäbe es auch abseits der BRD-Lügen-Theorien ein heilloses Durcheinander und einen wahrnehmbaren „Gerichtstourismus“. Tatsächlich ist das jeweils zuständige Gericht in jedem Rechtsstaat (auch in Deutschland) ziemlich eindeutig festgelegt. Was wäre z.B., wenn der Ankläger seinen Fall gerne in Polen verhandelt sehen will, der Angeklagte aber lieber in Frankreich? Wer entscheidet in solch einem Streit?

Es gibt noch weitere, ganz einfach Gründe der Praktikabilität, die Verhandlungen in einem beliebigen Land unrealistisch machen. So müssten alle Richter, Anwälte und Staatsanwälte auf der ganzen Welt kundig in der Gesetzeslage und herrschenden Rechtsprechung jedes einzelnen Landes sein. Stattdessen beschränken sich die Juristen tatsächlich aus Gründen der Komplexität in ihrer Laufbahn auf bestimmte Rechtsgebiete eines einzelnen Landes. Viel Glück bei der Suche nach einem spanischen Staatsanwalt, der deutsches Strafrecht studiert hat.

Genauso verhält es sich natürlich mit dem (vermutlich wegen des Namens und der Bekanntheit) gern angeführten Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Für die von Ken Davis vielfach aufgelisteten Verstöße nach StGB interessiert der sich herzlich wenig. Er verhandelt wegen Völkermord, Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen und so muss sich eine Eingabe an ihn auch genau darauf beziehen. Darüber hinaus wird er auch nur tätig, wenn die Gerichte im betroffenen Land selbst offensichtlich nicht in der Lage sind, die genannten Verstöße selbst zu ahnden. Abseits von Ken Davis‘ Blog gibt es auch hier keinen Hinweis darauf, dass die deutschen Gerichte bei echten Straftaten untätig blieben.

Ungetrübte Zuversicht

Ungeachtet jeglicher Vernunft, ist Ken Davis, angefeuert durch regen Beifall der Gesinnungsgenossen in Kommentaren und vermutlich hohem E-Mail-Aufkommen in seinem Postfach, aktuell auf einem wahren Höhenflug der Selbstüberschätzung. ScheinverfahrenEinige seiner Klienten haben als Antwort auf den Versand seines letzten Musterschreibens inzwischen Post von der Staatsanwaltschaft bekommen. Wie ich bereits hier vermutete, werden die Drohungen an Behörden und Gerichtsvollzieher von einigen als versuchte Erpressung nach § 253 StGB interpretiert.

Anstatt auf mögliche Folgen für die Opfer seiner Rechtsberatung oder gar eine sinnvolle Strategie, dem Vorwurf zu begegnen, einzugehen, freut er sich wie ein Schneekönig, dass sein Musterbrief vom Staatsanwalt offenbar inhaltlich korrekt verstanden wurde. Eine Gefahr geht von dem Ermittlungsverfahren natürlich nicht aus – es bleibt dabei, dass das nur Scheinverfahren durch Scheinstaatsanwälte sind. Diese werden dann vor Scheingerichten verhandelt und mit einer Scheinstrafe belegt, die der zwischenzeitlich finanziell ruinierte NTA-Klient letztlich auch im Scheingefängnis absitzen kann.

Ich kann hier nur spekulieren, dass Ken Davis‘ Optimismus nicht gespielt ist, sondern echter Überzeugung entspringt. Vermutlich ist er zu tief in der Scheinrealität seines Blogs eingetaucht und glaubt – von der bescheidenen Aufmerksamkeit einer Handvoll Leser beflügelt – tatsächlich etwas erreichen zu können. Zum Abschluss des zuvor verlinkten Artikels geht er dann auch völlig grundlos in die Offensive und fordert den Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft München I unvermittelt auf, ihn doch mal wegen Verleumdung oder anderen Delikten anzuklagen.

Ken Davis bettelt um Aufmerksamkeit

Für mich findet sich in diesem Text dann auch der schlussendliche Beweis für seinen Realitätsverlust. Was zur Hölle möchte Ken Davis mit drei Kameras? Noch im vergangenen Mai auf der Mahnwache in Hannover, konnte er keinen einzigen Menschen finden, der zumindest seine einzelne Kamera halten wollte:

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13 Kommentare

  1. Sich in doch so ruhiger und sachlicher Art mit dem ganzen Wahnsinn zu beschäftigen, der auf „News Top-Aktuell“ heraus gerotzt wird, verdient wahrlich Dank und Anerkennung. Seiten wie diese als fundiertes Gegenwicht sind wichtig wie nötig. Weiter so, ich wünsche Kraft, Ausdauer und Motivation für viele weitere Artikel.

    Beim Querlesen machen mich besonders die Kommentare unter den Artikeln auf „NTA“ weitgehend fassungslos. Man kann richtiggehend mitverfolgen, wie die Protagonisten immer weiter ins Unglück abgleiten. Was sie in ihrem Wahn auch noch bejubeln (lassen). Es ist einfach nur traurig.

    1. „Fassungslos“ ist genau das richtige Wort. Mich beruhigt dabei allein der Gedanke, dass jemand, der sich bereits so weit von seinem gesunden Menschenverstand verabschiedet hat, dass er der Rechtsberatung auf NTA folgt, vermutlich ohne diesen Blog auch einen anderen Weg ins Unglück gefunden hätte.

  2. Ken Davis ist laut Ankündigung zwei Monate im Urlaub.
    Das wäre theoretisch DIE Gelegenheit, die Kommentarbereiche seiner eigenen Seite einmal „unkorrigiert“ zu Richtigstellung seiner Thesen zu nutzen.
    Aber er lässt Kommentare ja nicht unbeurteilt durch, und laut selbiger Ankündigung werden während des Urlaubs alle versendeten Kommentare vom System vollautomatisch gelöscht.

    Vielleicht findet während seines Urlaubs bei ihm ein umdenken statt. Man kann es ihm nur wünschen..

    1. Ich habe inzwischen vieles – auch ältere Beiträge – auf dem Blog gelesen und auch Auftritte von Ken Davis in dritt-moderierten Foren verfolgt. Meine Erkenntnis daraus ist, dass er vor allem anderen und unabhängig vom Thema eines ist: Ein unverbesserlicher Besserwisser. Das ist auch der Grund seiner Fixierung auf und der Überschätzung der Bedeutung von NTA. Dort muss er aus technischen Gründen nie einen Fehler einräumen und wird das auch nicht tun – ein Umdenken nach dem Urlaub halte ich daher für ausgeschlossen. Der Umstand, dass er sich einen zweimonatigen Urlaub selbst auferlegt, passt da allerdings, zugegeben, nicht ins Bild. Vielleicht gibt es dafür aber auch ganz konkrete Sachzwänge in der realen Welt.

      Meine Prognose: Er macht auch im September mit dem gleichen Unsinn weiter und das so lange, bis ihm keiner mehr zuhört oder dem Treiben von offizieller Seite ein Ende gesetzt wird. Seine früheren Themen (Fluorid, Klimawandel, andere Verschwörungstheorien) konnte er nach Belieben fallen lassen und wieder aufgreifen. Die aktuelle Reichsideologen-Thematik ist aber so ausufernd, dass er ihr gar nicht aus dem Weg gehen kann. Das sieht man auch daran, wie er in den letzten Wochen auf der Stelle getreten ist, da ja inhaltlich bereits alles gesagt ist, die Realität aber ganz anders aussieht.

      1. Welcher Arbeitgeber erlaubt zwei Monate Urlaub? Welcher selbstständigen Arbeit sollte Ken Davis nachkommen, so dass er sich das erlauben kann? Und in Anbetracht der Zwanghaftigkeit, mit der Ken Davis unterwegs ist, kommen mir die zwei Monate Pause zu lange vor, als dass er dieses Ventil zum „Druckablassen“ so lange geschlossen hält, ohne nicht zumindest via Smartphone, Laptop oder Internetcafé online zu gehen und seine Seite auf dem Laufenden zu halten.

        Da tippe ich eher auf die „konkreten Sachzwänge in der realen Welt“, in Form familiärer oder offizieller Intervention. Es wurde auch Strafanzeige gegen den Betreiber von NTA gestellt, u.A. wegen übler Nachrede. Vielleicht ist der „Urlaub“ bereits eine Konsequenz dessen.

      2. Das wird jetzt etwas länger, aber offensichtlich bin ich auch der morbiden Faszination von „NTA“ erlegen.

        Vielleicht passt -ungeachtet der Möglichkeit externer Sachzwänge- die selbstauferlegte Pause sehr gut zur Persönlichkeitsstruktur eines „unverbesserlichen Besserwissers“.

        Ich könnte mir nämlich gut vorstellen, dass sich inzwischen die Zahl derer deutlich vermehrt hat, die sich im Postfache des Blogbetreibers über die Nutzlosigkeit der gegeben „Anleitungen“ beschweren. Denn sie führen ja allesamt in ausgesprochen unschöne Sackgassen. In der veröffentlichten „Leserpost“ wurden in den letzten Wochen und Monaten solche Tendenzen sehr deutlich. Da von einer gewissen Selektion auszugehen ist, dürfte die Anzahl jener, die ihren Unmut verkünden, oder konkrete Ratschläge fordern, oder endlich einmal Ergebnisse sehen wollen, noch einen guten Schwung größer sein.

        Inhaltlich, so wurde ja schon richtig bemerkt, ist der Blogbetreiber am Ende der Fahnenstange angekommen. Bis auf wüste, eher hilflose wirkende Pöbeleien z.B. gegen Frau Merkel, mantraartige Durchhalteparolen voller triefender Selbstbelobigung und vager Verweise auf weiterführende Instanzenwege wurde ja nichts „substanziell“ Neues geboten. Die Kombination aus inhaltlich abflachendem Output (keine neuen Themenfelder), aber sich steigerndem negativen Input (Beschwerden der Anhängerschaft) dürfte schwer, sehr schwer am Selbstverständnis der Unfehlbarkeit nagen. Da klopft die Realität nicht nur leise an, da rüttelt sie schon kräftig an der Tür.

        Würde der Blogbetrieber nun so weiter machen wie bisher, würde sich die beschriebene Situation nur noch verschärfen. Vielleicht gerade auch deshalb, weil die eingehende Kritik ja nicht von „Trollen“, „Desinformanten“ und „Schlafschafen“ stammt, sondern zu einem guten Teil aus dem Reigen der bisher treudoof nachmachenden Claqueure. Jeden Tag die Bankrottbekundungen im Postfach liegen zu haben, und darauf letztlich keine befriedigende Antworten geben zu können, das hält der Blogbetreiber, bei aller Verblendung, bei aller Autosuggestion, sicherlich nicht über einen längeren Zeitraum aus.

        Die einzige Exit-Strategie aus diesem Dilemma scheint mir tatsächlich eine überaus großzügig bemessene Sommerpause zu sein. Verbunden mit einer Nichtbeachtung/ Löschung aller bisher eingegangenen und bis zum Ende der Pause noch eingehenden Mails. Was genau so ja auch gegenüber der werten Leserschaft kommuniziert wird. Nach zwei Monaten sollte sicherlich ein Großteil der Kritik verstummt sein.
        So kann sich der Blogbetreiber deutlich ungefährdeter an ein Reboot machen. Diejenigen, die sich dann noch an hilfesuchend an „NTA“ wenden, sind entweder Neulinge oder so, nun ja, realitätsamputiert, dass von ihnen nur geringfügige Gefahr für das Selbstverständnis des Blogbetreibers ausgeht.

        Es wird sich zeigen, wie es mit der untergriffigen Recyclinganstalt „NTA“ weitergehen wird. Dass während der Auszeit ein Umdenken stattfindet, hoffe ich zwar auch, so recht vermag ich daran leider nicht zu glauben.

        1. Ich meine einen Aspekt der Herangehensweise von Ken Davis nachvollziehen zu können:
          Die Menschen leben in der Gesellschaft nach menschengemachten Gesetzen, und diese wirken nur in sofern, dass Menschen sich daran halten und daran glauben, und entsprechend danach handeln…werken…wirken…und damit werden sie zur „Wirklichkeit“ (vermutlich ist meine einfach Herleitung nicht ganz korrekt). Es ist eigentlich alles „Make-believe“, und es sind keine Naturgesetze, ansonsten gäbe es keine Gesellschaften mit anderen Regeln.

          Und Davis‘ Ansatz besteht darin, die etablierten Regeln, weil sie ihm irgendwie missfallen, auf Basis eines anderen „make-believe“ nach seinem Wunschdenken zu ändern.

          Das ist in der Geschichte schon unzählige Male geschehen: kein Rechts- oder Gesetzes-System baut rekursiv schlüssig auf einer ultimativen Autorität auf, wie Naturgesetze. Es gab immer einen Punkt an dem es hies: „Wir waren stärker und haben den alten Regelmachern den Kopf abgeschlagen, und was wir sagen zählt jetzt, ansonsten schlagen wir Euch auch den Kopf ab.“

          Vielleicht versucht Davis etwas ähnliches, aber er rennt gegen eine zu starke Wand. Die Wirklichkeit, also was wirkt, sieht anders aus und ist zu resistent implementiert.

          Und eine Frage ist: Was kann es besseres bieten?

          1. Wichtige Korrektur zum allerletzten Satz: Was kann ER besseres bieten?
            Eigentlich ein Vertipper, vielleicht aber auch eine Freudsche‘ Fehlleistung 😉

            1. Du gestehst Ken Davis zu viel Rationalität und Reflexion zu. Ich bin überzeugt davon, dass er den Mist, den er schreibt, auch tatsächlich glaubt. Dabei hat er dieses Zeug einfach auf anderen, ebenso fragwürdigen Blogs oder auf Youtube gefunden und hinterfragt es kein Stück. Entscheidend für die Adaption irgendeiner Verschwörungstheorie ist für ihn einzig, ob ihm die enthaltenen Aussagen ins Konzept passen.

              Und dabei geht es keineswegs um die Gerechtigkeit des Systems und der etablierten Regeln, sondern nur um eines: Das Geld. Das scheint bei ihm permanent knapp zu sein und anstatt bei sich selbst nach möglichen Fehlern zu suchen, propagiert er lieber haarsträubende Theorien dazu, wieso andere kein Recht haben, Geld von ihm zu verlangen. Sehr gerne erklärt er dabei auch, dass es anderen nur besser geht, weil sie sich gegen ihn (und andere, aber das ist eigentlich nebensächlich) verschworen haben und einzig durch kriminelle Machenschaften wirtschaftlich erfolgreicher sein können, als er. Das dient der Pflege des verletzten Selbstwertgefühls.

              Er glaubt jetzt vielleicht auch ernsthaft, dass er genügend Menschen hinter sich bringen könnte, um eine Veränderung in seinem Sinne zu bewirken. Dabei ist ihm aber der einzelne Mitstreiter völlig egal und die negativen Rückmeldungen von gepfändeten oder überschuldeten Opfern seiner „Strategie“ kümmern ihn wahrscheinlich nicht weiter. In seinem Wahn hat NTA überdimensionale Bedeutung und wenn er negative Informationen dort unterdrücken kann, sieht er noch immer gute Chancen, noch mehr Menschen zu selbstzerstörerischen Querulanten machen zu können. Das System juckt das aber freilich kaum.

              So ist zumindest meine persönliche Einschätzung der Situation.

              Zu Deiner Frage: Er könnte zu seinen Wurzeln zurückkehren und auf seinem Blog die Vorgänge rund um DSDS (oder war’s Supertalent?) kommentieren. Eine besser gepflegte „Playboy-Ecke“ dürfte ihm auch ausreichend Seitenabrufe verschaffen, stellt aber natürlich auch immer eine drohende Gefahr dar, wegen Urheberrechtsverletzungen vom Netz genommen zu werden :).

        2. Sehr schön und vor allem trotz der angekündigten Länge sehr prägnant formuliert.

          Ken Davis hat eine solche Sommerpause übrigens auch letztes Jahr schon gemacht, ohne entsprechenden Stress mit der Leserschaft zu haben. Ich möchte mich nicht zu sehr mit der Person hinter dem Pseudonym beschäftigen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass da von außen jemand regulierend tätig ist. Er hält auch außerhalb der Pausen eine strenge Disziplin ein, die eher nicht zur stark emotional aufgeladenen Art seiner Beiträge und Kommentare passt. Vielleicht darf er an Wochenenden und ab 18:00 einfach nicht mehr an den PC…

          1. Der Umstand, das auch schon im letzten Jahr eine Sommerpause eingelegt wurde, war mir nicht bekannt. Das bringt mein Konstrukt arg ins Wanken.

            Wie auch immer, eine Rückkehr in thematische Gefilde, in deren Fahrwasser nicht andere Leute zu Schaden kommen können, weil sie unbedingt nachmachen müssen, was ihnen im Internet erzählt wird, wäre wahrlich wünschenswert. Und eine Berichterstattung über DSDS oder das Playmate des Monats, inbrünstig vorgetragen im Tonfalle vollkommener Unfehlbarkeit, mit voller Konzentration darauf, dass auch jeder seiner Leser die Richtigkeit seiner Ausführungen erkennen möge… das hätte schon was.

      3. Dann haben wir wohl einen Friedensvertrag, Steuerpflicht sowieso, Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH ist ein Rechtsstaat, darum haben Beamte auch einen Dienstausweis, von welcher Firma? Die Realität sieht ganz anders aus,dass kann man doch sehen, funktioniert alles blendend, besser könnte es gar nicht sein. Mitten auf dem HAUFEN sitzen und über andere lästern, solche Leute braucht das Land. Dumm geboren, Dackelhaft aufgezogen und nichts dazu gelernt, da kann es einem nur gutgehen.

        1. Wir haben Frieden und es herrscht Steuerpflicht. Die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH ist eine Firma im vollständigen Besitz der Bundesrepublik Deutschland. Letzteres ist der Rechtsstaat. Beamte erhalten ihre Dienstausweise nicht von einer Firma, sondern von ihrer Behörde, sofern sie für diese im Außendienst tätig sind. Das war schon in der Weimarer Republik so und „Amtsausweise“ hat es in Deutschland nie gegeben.

          All das ist sehr leicht durch Originalquellen zu belegen. In diesen nicht zu recherchieren, ist vielleicht noch verzeihlich. Sich mit dem aus der Unwissenheit entstandenen Unfug dann aber als großer Aufklärer aufzuspielen, fordert den hier (neben den tatsächlichen Fakten) zu findenden Spott geradezu heraus.

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