Verschwörungstheorien

Der überwiegende Teil der Inhalte, die auf News Top-Aktuell seit Anfang 2014 veröffentlicht wurden, basiert entweder direkt auf Verschwörungstheorien oder greift in der Argumentation auf sie zurück. Der Autor, Ken Davis, wird dagegen nicht müde, immer wieder zu betonen, dass alle Informationen auf News Top-Aktuell eine reine Darstellung von Fakten seien. Gegen den Vorwurf, ein Verschwörungstheorien-Blog zu führen, wehrt er sich vehement und stellt dazu auch grundsätzlich die Bezeichnung einer Argumentation als Verschwörungstheorie in Frage. Die Definition des Wortes ist allerdings recht klar und die Mittel zur Entlarvung einer Argumentation als Verschwörungstheorie ziemlich einfach.

Wortverwendung

Der Begriff der Verschwörungstheorie wird ausschließlich abwertend benutzt und dient vor allem dazu, die Sachlichkeit einer Argumentation in Abrede zu stellen. Verschwörungstheoretiker meiden schon aus diesem Grund selbst das Wort „Verschwörung“ in ihren eigenen Ausführungen und sprechen lieber von Steuerung, Manipulation, geheimen Absprachen und Inszenierungen. Daran lässt sich erkennen, dass sie sich offenbar einer gewissen Angreifbarkeit ihrer Theorien bewusst sind. Sie sehen aber die Schwäche nicht in der Theorie selbst, sondern in der mangelnden Offenheit der Gesellschaft für ihre Argumentation.

Die eigentliche Kritik liegt aber nicht in diesem Teil des Wortes begründet. Es hat in der Geschichte eine ganze Reihe wohlbekannter Verschwörungen gegeben, von der Ermordung Caesars über den Watergate-Skandal bis zur Iran-Contra-Affäre. Im angelsächsischen Raum beschreibt der Begriff „conspiracy“ sogar einen wohldefinierten Straftatbestand. Das Problem der Verschwörungstheorie liegt in der alleinigen Stützung der gesamten Theorie auf die Existenz einer behaupteten aber nicht bewiesenen Verschwörung.

Erkenntnis schaffende Theorien

In der Wissenschaft zeichnet sich eine gute Theorie dadurch aus, dass sie eine möglichst große Zahl von Vorhersagen macht. Trifft eine dieser Vorhersagen im Experiment nicht ein, so ist die Theorie als fehlerhaft überführt. Es ist genau dieser Aspekt der Falsifizierbarkeit einer Theorie, der sie wertvoll für die Erkenntnisgewinnung und somit für das „Schaffen von Wissen“ macht, weil er die Suche nach besseren Theorien vorantreibt. Es ist längst bekannt, dass die Newtonsche Mechanik die Wirkungsweise der Gravitation nicht korrekt beschreibt, aber dennoch handelt es sich um eine äußerst wertvolle und zu Recht weiterhin gelehrte Theorie.

Eine Theorie, die besagt, dass alles in der Natur vom Willen Gottes bestimmt wird, ist in der Lage, alle Vorgänge um uns herum allumfassend zu erklären. Sie ist nicht falsifizierbar. Zur Erklärung eines beobachteten Sachverhalts bedarf es keiner neuen Theorie oder Erweiterung der bestehenden. Für die Erkenntnisgewinnung ist diese Theorie nicht hilfreich, sehr wohl aber zur Beschreibung einer bestimmten Weltordnung.

Erklärende Theorien

Verschwörungstheorien sind genau solche Theorien, die eine Erklärung anbieten aber der Erkenntnisgewinnung im Weg stehen. Nicht ohne Grund erfreuen sie sich seit dem Zeitalter der Aufklärung stark zunehmender Beliebtheit, denn die dogmatischen Welterklärungen der großen Religionen haben seitdem stark an gesellschaftlicher Akzeptanz verloren. Es besteht aber weiterhin ein großer Bedarf an möglichst einfachen Erklärungen für die Vorgänge in einer immer komplizierter werdenden Welt. Gerade wenn es um das Verständnis einer gefühlten Ungerechtigkeit in der Gesellschaft geht, ist es offenbar einfacher, das Böse im Menschen als Begründung zu akzeptieren, als Fehler in den abstrakteren Mechanismen zu suchen, die die Gesellschaft in ihrer Funktion steuern.

Dadurch verhindern Verschwörungstheorien fundierte Systemkritik und kanalisieren die Unzufriedenheit gegenüber Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft in destruktiven Bewegungen. Es herrscht der Glaube, dass die Entmachtung der Verschwörer allein ausreichend sei, die Gerechtigkeit wieder herzustellen.

Fehlende Glaubwürdigkeit

Verschwörungstheorien sind nicht falsifizierbar, da jeder Versuch eines Gegenbeweises zum Anlass für die Bestätigung oder Erweiterung der Verschwörung herangezogen wird. Vor allem der Mangel an Belegen zu den behaupteten Vorgängen wird vorwiegend dadurch begründet, dass die Drahtzieher der Verschwörung den Informationsfluss steuern würden. Mit einer wachsenden Zahl von Mitwissern der Verschwörung wird diese Argumentation zunehmend unglaubwürdiger. Die Möglichkeiten zur Informationsunterdrückung müssten bereits im Planungsstadium der Verschwörung festgelegt sein, da ein Informationsleck in den meisten Fällen das jähe Ende des gesamten Unterfangens darstellen würde. Je größer der Umfang der Verschwörung und je länger der Zeitraum über den diese angelegt ist, umso unwahrscheinlicher ist es, dass sie geheim bleiben könnte.

Die nachweisbaren Verschwörungen in der Geschichte hatten überschaubare Zahlen von Mitwissern und dennoch waren es oft Informationen von diesen, die die Verschwörung haben auffliegen lassen. Bei Verschwörungstheorien sind es aber oft ganze Berufsgruppen, die als Mitwisser gelten müssten; vielfach solche, die gar nicht ausreichend gut organisiert sind, um ihre Mitglieder unter Kontrolle zu bringen oder flächendeckende Absprachen zu treffen. Aus der Geschichte der Menschheit ist keine Verschwörung eines annähernd so umfangreichen Ausmaßes bekannt und schon allein deshalb ist äußerste Skepsis angebracht.

Der prominente Astronom Carl Sagan hat einmal gesagt, dass außergewöhnliche Behauptungen auch außergewöhnliche Beweise erfordern. Das ist ein Anspruch, der in seiner Logik nahezu banal erscheint. Genau dieses Prinzip des gesunden Menschenverstands versagt jedoch bei den Verfechtern von Verschwörungstheorien scheinbar durchgehend. Als Beweise für die Existenz von weltumspannenden Verschwörungen müssen hauchdünne Indizien herhalten, die oft genug allein aus dem Fehlen einer anderslautenden Information abgeleitet werden. Fast immer gibt es eine leicht zu ermittelnde Begründung für den „aufgedeckten“ Sachverhalt, die ohne die Unterstellung einer Verschwörung auskommt, aber diese wurde dann selbstverständlich gezielt verbreitet, um von der „Wahrheit“ abzulenken.

Ein Vergleich

Ein Beispiel für staatlich sanktionierte „Verschwörungen“ sind die Geheimdienste. Die Informationsunterdrückung gehört zu deren Tagesgeschäft und die Mitarbeiter werden sorgfältig auch bezüglich ihrer Verschwiegenheit ausgewählt. Die Weitergabe von Informationen steht ganz offiziell unter schwerer Strafe und jeder Mitarbeiter weiß im Voraus, worauf er sich einlässt. Die Geheimdienste haben außerdem zweifellos das weitreichendste Arsenal legaler Mittel, ein Informationsleck frühzeitig zu erkennen und zu stoppen. Dennoch hat es im Jahr 2013, nach nur 7 Jahren Arbeit bei der CIA und NSA, mit Edward Snowden auch einen Whistleblower unter den 40.000 Angestellten der NSA gegeben. Trotz des ihm ganz klar bewussten Risikos, ganz offiziell wegen Hochverrats angeklagt werden zu können, hat er sich mit Informationen an die Öffentlichkeit gewandt, die das Ausmaß der Machenschaften seines Arbeitgebers näher beleuchteten. Es ging dabei nicht einmal um völlig Neues. Jeder wusste bereits zuvor, dass die NSA Telefon- und Internetverbindungen abhörte und überwachte, aber allein die Details zu Methoden und Tragweite waren ihm wichtig genug, sein Leben für die Veröffentlichung zu riskieren.

Auf der anderen Seite berichtet News Top-Aktuell von geradezu atemberaubenden Skandalen, wie der gesteuerten Vergiftung der Bevölkerung durch Fluoride oder dem Fortbestehen des Kriegszustands und Besatzungsrechts in Deutschland. Mitwisser sind in letzterem Fall zumindest die über 20,000 Richter und 160,000 Anwälte in Deutschland. Hinzu kommen 1,6 Millionen Beamte, von denen etliche ebenfalls darüber informiert sein müssen oder noch nie in ihren Arbeitsvertrag geguckt haben. Die Presse ist in beiden Fällen auch Teil der Verschwörung, obwohl die Hälfte der etwa 150,000 Journalisten in Deutschland sogar freiberuflich tätig sind und deshalb noch nicht einmal über einen Arbeitgeber unter Kontrolle gehalten werden können. Und die Verschwörung ist ja auch nicht nur auf Deutschland begrenzt. Es müssten eigentlich alle Rechtswissenschaftler, Mediziner, Politiker und Journalisten der ganzen Welt im Zaum gehalten werden, damit diese Skandale nicht abseits von News Top-Aktuell und anderer Verschwörungstheorie-Blogs ans Licht der Öffentlichkeit gelangen.

Unvorstellbar? Richtig.

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